01 — Zwei Begriffe
Material und Stoff
Das Material ist der Rohstoff. Der Stoff ist, was daraus gemacht wird.
Wolle, Baumwolle, Leinen. Das Material bringt mit, was sich nicht mehr ändern lässt: wie es sich auf der Haut anfühlt, wie es Feuchtigkeit aufnimmt, woher es kommt. Der Stoff entsteht erst im nächsten Schritt, gewebt oder gestrickt, dicht oder offen, glatt oder gemustert.
Zwei Kleidungsstücke aus derselben Baumwolle können sich völlig verschieden anfühlen. Ein Strick-Jacquard und ein Jersey aus demselben Garn ergeben zwei Teile, die kaum etwas gemeinsam haben. Der Unterschied liegt im Stoff, und auf dem Etikett steht er nicht.
Zur Warenkunde: Gewebe, Gewirke und die Stoffe im Einzelnen →
02 — Die Materialien
Woraus unsere Kleidung besteht
Vier Materialien tragen den größten Teil der Kollektion. Zu Bio-Baumwolle und Merinowolle gibt es eine eigene Seite mit Herkunft, Eigenschaften und Pflege, die beiden anderen folgen.
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Naturfaser
Bio-Baumwolle
Weich, hautfreundlich, alltagstauglich. Angebaut ohne synthetische Pestizide und Kunstdünger. Der größte Teil unserer Kollektion.
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Naturfaser
Merinowolle
Fein genug, um nicht zu kratzen. Wärmt, wenn es feucht wird, und muss deutlich seltener gewaschen werden als andere Wolle. Mulesingfrei aus zertifizierter Lieferkette.
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Naturfaser-MischungLeinen und Baumwolle
Halb Leinen, halb Baumwolle. Luftig und kühl im Sommer, weniger knitteranfällig als reines Leinen. Wird mit jedem Waschen weicher.
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ZellulosefaserViskose
Aus Holzzellstoff gewonnen, kein Kunststoff. Fällt fließend und nimmt Farbe tief auf. Nass ist sie allerdings empfindlich.
Daneben verarbeiten wir Baumwolle mit einem kleinen Anteil Elasthan, wo ein Schnitt mitgeben soll, sowie recycelte Wolle und recyceltes Polyester in einzelnen Modellen. Die Zusammensetzung steht bei jedem Artikel im Shop.
03 — Im Vergleich
Was nehme ich wofür
Dieselben sechs Fragen an alle vier Materialien. Was hier steht, gilt für die Faser. Der Stoff kann jede Zeile noch verschieben.
| Eigenschaft | Bio-Baumwolle | Merinowolle | Leinen & Baumwolle | Viskose |
|---|---|---|---|---|
| Wärme | Mittel, abhängig vom Stoff | Hoch, gibt sogar Wärme ab, wenn sie Feuchtigkeit aufnimmt | Kühlend, leitet Wärme schnell ab | Kühl auf der Haut |
| Feuchtigkeit | Nimmt viel auf, fühlt sich dann aber nass an | Nimmt viel auf, ohne sich nass anzufühlen | Leitet nach außen weiter, statt zu speichern | Nimmt auf, verliert nass an Festigkeit |
| Wie oft waschen | Nach Bedarf, 30 °C im Schonwaschgang | Selten, auslüften genügt fast immer | Nach Bedarf, kühl | Schonend, mit wenig Bewegung in der Trommel |
| Trocknen | Liegend, nicht im Trockner | Liegend, feucht in Form ziehen | Liegend, nicht im Trockner | Liegend, am Bügel längt es sich |
| Knittert | Mäßig, je nach Stoff | Kaum, die Kräuselung der Faser federt zurück | Deutlich, und das gehört dazu | Mäßig, hängt sich weitgehend aus |
| Jahreszeit | Ganzjährig | Kühle Monate, als feines Gestrick auch im Sommer | Sommer | Ganzjährig, vor allem bei gemusterten Teilen |
Die Belege zu den einzelnen Angaben stehen auf der jeweiligen Materialseite.
04 — Die Stoffe
Wie daraus Kleidung wird
Derselbe Rohstoff, anders verarbeitet, ergibt ein anderes Kleidungsstück. Jeder Stoff ist in der Warenkunde ausführlich beschrieben: wie er entsteht, woran man ihn erkennt und worauf zu achten ist.
Jersey
Gestrickt statt gewebt und dadurch dehnbar. Der Stoff hinter den meisten Alltagsteilen: gibt in der Bewegung nach und geht in die Form zurück.
Strick
Glatt für eine ruhige Fläche, gerippt für Bündchen und Kragen. Gröber als Jersey und mit mehr Rückstellkraft.
Jacquard
Das Muster wird beim Weben oder Stricken aufgebaut, nicht aufgedruckt. Es liegt im Stoff und kann deshalb nicht abblättern.
Walk
Absichtlich verfilzte Wolle: dicht, windabweisend, und die Schnittkanten fransen nicht. Der Stoff für Mäntel und Jacken.
Samt
Gewebe mit aufrecht stehendem Flor, der das Licht bricht. Bei uns vor allem als Futter, wo er beim Anziehen gleitet.
Brokat
Schweres Gewebe mit eingewebtem Muster, oft glänzend. Steckt vor allem in den Archivmodellen von Chapati.
Leinen-Baumwoll-Gewebe
Flach gewebt, mit sichtbarer Struktur. Lässt Luft durch und liegt nicht auf der Haut auf. Der Sommerstoff der Kollektion.
Viskosegewebe
Glatt und fließend, mit weichem Fall. Nimmt Druckfarben tief auf, weshalb die gemusterten Teile meist hieraus bestehen.
05 — Pflege
Das Etikett lesen
Fünf Zeichen stehen auf jedem unserer Etiketten, immer in derselben Reihenfolge.
- Der Waschbottich Die Zahl darin ist die höchste zulässige Temperatur, nicht die empfohlene. Kühler ist immer erlaubt. Ein Strich darunter bedeutet Schonwaschgang: weniger Bewegung, geringeres Schleudern. Zwei Striche heißen sehr schonend. Eine Hand im Bottich heißt Handwäsche, ein Kreuz darüber: gar nicht waschen.
- Das Dreieck Bleichen. Durchgestrichen heißt: nicht bleichen, bei uns immer. Chlor greift Zellulose ebenso an wie das Eiweiß der Wolle, und der Schaden zeigt sich erst später als Riss.
- Das Quadrat mit dem Kreis Der Trockner. Punkte im Kreis stünden für die Temperaturstufe. Auf unseren Etiketten ist das Zeichen immer durchgestrichen. Hitze und Trommelbewegung sind genau die Kombination, die Wolle verfilzen und Baumwollfasern brechen lässt.
- Das Bügeleisen Die Punkte sind die Temperaturstufe: ein Punkt etwa 110 °C, zwei etwa 150 °C, drei etwa 200 °C. Bei Mischungen gilt immer die empfindlichste Faser, nicht die häufigste.
- Der Kreis mit dem P Chemische Reinigung, und welches Lösungsmittel dabei erlaubt ist. Das Zeichen richtet sich an die Reinigung, nicht an Sie. Dort weiß man, was gemeint ist. Für gefütterte Mäntel und Jacken ist das oft der sicherste Weg.
Was auf dem Etikett steht, ist verbindlich, auch gegenüber dieser Seite. Bei Mischungen und gefütterten Teilen bestimmt der empfindlichste Bestandteil, nicht der größte: Fünf Prozent Elasthan setzen die Grenze für die anderen fünfundneunzig.
Warum das mehr als eine Formalie ist: Ein großer Teil dessen, was ein Kleidungsstück über sein Leben verbraucht, entsteht nicht bei der Herstellung, sondern danach, beim Waschen, Trocknen, Bügeln. Wer kühler wäscht und an der Luft trocknet, verlängert die Lebensdauer und senkt den Verbrauch in einem.